Der W – IV (Teil 2/2)

17. März 2016 at 16:49

Der W - IV

Der erste Teil endete zwar mit Danke für mein Leben, ich möchte aber noch einmal auf Neuland zu sprechen kommen. Dieser Song wurde vorgestern veröffentlicht inkl. Kommentaren von Stephan. Die Reaktionen und Kommentare darauf waren äußerst positiv. Da scheint mein Geschmack nicht ganz so exclusiv zu sein. Einen Tick schneller gespielt ist das für mich auch ein super Live-Kandidat. Gerade die Übergänge eignen sich dafür hervorragend. Hier noch einmal die Hörprobe inkl. Kommentaren von Stephan:

Aber wieder zurück zu Danke für mein Leben. Ein typischer Weidnersong. Im Stile von „Sowas hat man…“ blickt er im ersten Teil des Songs auf sein Leben zurück. Im „Sprechgesang“ zeigt er sich dann wieder lebensphilosophisch und gibt uns ein paar Weisheiten mit auf den Weg.

…Seele und Charakter schleifen
im Hier und Jetzt und alle Zeiten
ein Mensch lebt weiter in seinen Werten
die im Feuer des Unglücks stählern werden…

„Lust aufs Wasser? -> fahr ans Meer!“ Wieder einmal die Erinnerung daran, dass wir unser Leben selbst in der Hand haben. Niemand kann und sollte uns Entscheidungen abnehmen (können). Ende der 90er schrieb Weidner schon „beginne dich zu lieben und du findest was du suchst“. Keiner kann es besser als du ist die Fortsetzung. Stephan hat das Glück des Lebens schon lange erkannt und packt das immer wieder in seine Texte. Die Positionierung auf dem Album ist auch kein Zufall. Thematisch passt das gut zu Welt ohne Farben, über den ich schon im ersten Teil geschrieben habe. Neben den vielen zeitlosen Songs, darf ein Song über aktuelle Geschehnisse nicht fehlen. Dieser ist mit Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix ebenfalls vertreten. Eine gute Minute gibt es ein Intro und mit Sirenen, Hubschrauber, Soldaten und einiges mehr. Darauf folgen gewohnt deutliche Worte in Richtung Religionen:

Gott gefunden oder verloren
kein Paradies, nicht neugeboren
drum glaube, wer an Glauben glaubt
dass glauben dir das Denken raubt

Ein schöner, nachdenklicher Abschluss des Albums bildet Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wieder so ein „fieser“ Abschluss. „Ist es wahr, dass es die Wahrheit gar nicht gibt?“ Hier werden die Synapsen noch einmal ordentlich in Schwung gebracht. Der philosophische Teil erinnert mich an ein Sample, welches von Torch 1999 verwendet wurde und aus dem Film „Die Fürsten der Finsternis“ stammt. Die Fragen ähneln sich. Die Antworten bleiben weitestgehend offen. Was sind unsere Überzeugungen? Wie lange haben diese Bestand?

Mit ganz leisen Tönen schmeißt Der W den Hörer nicht aus dem Album. Dafür ist der Refrain einfach zu rockig. Bei den letzten Zeilen und Klängen hat man aber das Gefühl, nicht alles von IV gehört zu haben. Die logische Konsequenz ist es einen weiteren Durchlauf zu starten. Eine weitere Reise durch IV und seinen eigenen Gedanken zu beginnen. Dieses Album inspiriert. Dieses Album motiviert. Dieses Album macht dankbar. Dankbar für viel Liebe zum Detail. Dankbar für alles was noch kommt. Für die Vergangenheit, für die Zukunft. Natürlich auch große Vorfreude auf die Tour 2016.

Also genießt es, morgen das Album in euren Händen zu halten. Lasst es auf euch wirken, nehmt was daraus mit. Macht die Welt mit euren Gedanken und eurem Handeln ein bisschen besser.

Bei allem Feedback, das es ab morgen geben wird, behaltet eines im Hinterkopf: Vergleiche mit Vorgänger-Alben hinken immer. Andere Einflüsse, andere Zeiten, andere Gedanken. IV ist IV. Und Gott holt das Bier.

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Interessante Links zum Album:

Promi-Track-Attack auf Der-W.de:
Peter Maffay (wie wirklich ist die Wirklichkeit)
Moses Pelham (Mehr)
Kevin Russell (Zeit)
Michael Rhein (Keiner kann es besser als du)
Toxpack (Justitia)
Michi Beck (Neuland)
Tamer Yigit (Vorhaut. Kopftuch. Kruzifix)
Dirk Czuya (Welt ohne Farben)

Track-Attack woanders:
Mindfuck Society Teil I (Neuland, Mehr, Zeit, Justitia)
Teil II (Faust auf Fresse, ich komm heim, Danke für mein Leben, Keiner kann es besser als du)
Teil III (Welt ohne Farben, Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix, der Schmerz verlangt gespürt zu werden, Wie wirklich ist die Wirklichkeit)