Popular Tags:

Böhse Onkelz Tour 2016 – die Setlist

Do 17 Nov 2016, 12:51 Uhr von Tim Kummerow

Memento Onkelz Bremen

Gestern war sozusagen der Tourauftakt der „Memento-Tour 2016“. In Bremen fand die „Generalprobe“ statt. Nachfolgend die Setlist von diesem Abend. Erfahrungsgemäß kann sich diese während der Tour noch verändern.

Setlist Böhse Onkelz, Bremen 16.11.2016:

Gott hat ein Problem

10 Jahre

Finde die Wahrheit

Irgendwas für nichts

Nie wieder

Gehasst, verdammt, vergöttert

Auf die Freundschaft

Schutzgeist der Scheiße

Lieber stehend sterben

Nur die Besten sterben jung

Jeder kriegt was er verdient

Dunkler Ort

Wieder mal ’nen Tag verschenkt

52 Wochen

Danke für nichts

Bomberpilot

Wo auch immer wir stehen

Mach’s dir selbst

Auf gute Freunde

Zugaben:

Wir ham‘ noch lange nicht genug

Kirche

Mexico

Erinnerungen

die lauernde Fratze der Depression

Fr 10 Jun 2016, 15:04 Uhr von Tim Kummerow

Es ist bekannt, dass sich Stephan Weidner auch mit Themen abseits der Musik beschäftigt. Immer wieder beeindruckend welch klare Worte er für diverse Themen findet. Ein immer aktuelles Thema sind Depressionen. Nachfolgend sein Statement vom 09.06.2016 dazu.

Liebe Leute,
ihr wisst nicht erst seit „In stürmischer See“, dass mir das große Thema Depressionen aus verschiedenen Gründen sehr am Herzen liegt und dass ich denke, dass hier viel mehr Aufklärung von Nöten ist. Denn Burn-Out, Angstzustände und Depressionen lassen sich nicht mit einem gut gemeinten „Es kommen auch wieder bessere Tage“, „Jetzt lass dich nicht so hängen“ oder „Komm, jetzt gehen wir nochmal einen trinken“ therapieren, sondern es sind Phänomene, die professionell erkannt und behandelt werden müssen. Je schneller, desto besser.

Wenn Depressionen oder Burn-Outs in den Medien prominent auftauchen, einigt man sich nach der angemessenen Betroffenheit schnell darauf, dass man künftig etwas weniger hämisch auf die Menschen drauf hauen sollte, dann würde schon so weit alles gut werden. Wir sollten auch nicht dem Missverständnis aufsitzen, dass Depressionen und Burn-Outs ursächlich und zwangsläufig durch die Umwelt des Betroffenen ausgelöst werden. Weder Robert Enke noch Andreas Biermann sind an einer Depression erkrankt, weil sie von der BILD schlechte Noten bekommen haben oder von den Fans ausgepfiffen worden. Das ist nicht nur viel zu einfach, sondern vor allem falsch. Pfiffe, schlechte Noten und miese Facebookhetze tun weh, aber man kann sie ignorieren oder ihnen entkommen. Das funktioniert mit Krankheiten nicht.

Es gibt sowohl für Burn-Outs und Angstzustände als auch für Depressionen klare Symptome, die man als Außenstehender, als Freund oder Partner, Eltern oder Kinder wahrnehmen kann, wenn man sie kennt. Es würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr euch bei Freunde fürs Leben e.V. unten oder bei anderen Organisationen mal durchlest, wie ihr Burn Out oder eine mögliche Depression erkennt und wie ihr darauf reagieren solltet. Egal, wen es betrifft. Deswegen würde ich gerne dazu aufrufen, dass wir einfach ein bisschen besser aufeinander aufpassen. Wer braucht in unserem Umfeld vielleicht ein bisschen mehr Hilfe? Kann ich ein Umfeld schaffen, in dem sich ein Depressionskranker offenbaren kann, ohne fürchten zu müssen, als „zu weich“ oder als „Lappen“ abgewatscht zu werden, sondern weiß, dass man ihn ernst nimmt?
Was meint ihr? Checkt ihr mal, wie ihr helfen könnt, wenn in eurem Freundes- oder Familienkreis Symptome von seelischen Erkrankungen auftauchen?

Danke euch,
Euer Stephan

Linktipp von Stephan:
Webseite Freunde fürs Leben

Der W – IV (Teil 2/2)

Do 17 Mrz 2016, 16:49 Uhr von Tim Kummerow

Der W - IV

Der erste Teil endete zwar mit Danke für mein Leben, ich möchte aber noch einmal auf Neuland zu sprechen kommen. Dieser Song wurde vorgestern veröffentlicht inkl. Kommentaren von Stephan. Die Reaktionen und Kommentare darauf waren äußerst positiv. Da scheint mein Geschmack nicht ganz so exclusiv zu sein. Einen Tick schneller gespielt ist das für mich auch ein super Live-Kandidat. Gerade die Übergänge eignen sich dafür hervorragend. Hier noch einmal die Hörprobe inkl. Kommentaren von Stephan:

Aber wieder zurück zu Danke für mein Leben. Ein typischer Weidnersong. Im Stile von „Sowas hat man…“ blickt er im ersten Teil des Songs auf sein Leben zurück. Im „Sprechgesang“ zeigt er sich dann wieder lebensphilosophisch und gibt uns ein paar Weisheiten mit auf den Weg.

…Seele und Charakter schleifen
im Hier und Jetzt und alle Zeiten
ein Mensch lebt weiter in seinen Werten
die im Feuer des Unglücks stählern werden…

„Lust aufs Wasser? -> fahr ans Meer!“ Wieder einmal die Erinnerung daran, dass wir unser Leben selbst in der Hand haben. Niemand kann und sollte uns Entscheidungen abnehmen (können). Ende der 90er schrieb Weidner schon „beginne dich zu lieben und du findest was du suchst“. Keiner kann es besser als du ist die Fortsetzung. Stephan hat das Glück des Lebens schon lange erkannt und packt das immer wieder in seine Texte. Die Positionierung auf dem Album ist auch kein Zufall. Thematisch passt das gut zu Welt ohne Farben, über den ich schon im ersten Teil geschrieben habe. Neben den vielen zeitlosen Songs, darf ein Song über aktuelle Geschehnisse nicht fehlen. Dieser ist mit Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix ebenfalls vertreten. Eine gute Minute gibt es ein Intro und mit Sirenen, Hubschrauber, Soldaten und einiges mehr. Darauf folgen gewohnt deutliche Worte in Richtung Religionen:

Gott gefunden oder verloren
kein Paradies, nicht neugeboren
drum glaube, wer an Glauben glaubt
dass glauben dir das Denken raubt

Ein schöner, nachdenklicher Abschluss des Albums bildet Wie wirklich ist die Wirklichkeit. Wieder so ein „fieser“ Abschluss. „Ist es wahr, dass es die Wahrheit gar nicht gibt?“ Hier werden die Synapsen noch einmal ordentlich in Schwung gebracht. Der philosophische Teil erinnert mich an ein Sample, welches von Torch 1999 verwendet wurde und aus dem Film „Die Fürsten der Finsternis“ stammt. Die Fragen ähneln sich. Die Antworten bleiben weitestgehend offen. Was sind unsere Überzeugungen? Wie lange haben diese Bestand?

Mit ganz leisen Tönen schmeißt Der W den Hörer nicht aus dem Album. Dafür ist der Refrain einfach zu rockig. Bei den letzten Zeilen und Klängen hat man aber das Gefühl, nicht alles von IV gehört zu haben. Die logische Konsequenz ist es einen weiteren Durchlauf zu starten. Eine weitere Reise durch IV und seinen eigenen Gedanken zu beginnen. Dieses Album inspiriert. Dieses Album motiviert. Dieses Album macht dankbar. Dankbar für viel Liebe zum Detail. Dankbar für alles was noch kommt. Für die Vergangenheit, für die Zukunft. Natürlich auch große Vorfreude auf die Tour 2016.

Also genießt es, morgen das Album in euren Händen zu halten. Lasst es auf euch wirken, nehmt was daraus mit. Macht die Welt mit euren Gedanken und eurem Handeln ein bisschen besser.

Bei allem Feedback, das es ab morgen geben wird, behaltet eines im Hinterkopf: Vergleiche mit Vorgänger-Alben hinken immer. Andere Einflüsse, andere Zeiten, andere Gedanken. IV ist IV. Und Gott holt das Bier.

_____________________________
Interessante Links zum Album:

Promi-Track-Attack auf Der-W.de:
Peter Maffay (wie wirklich ist die Wirklichkeit)
Moses Pelham (Mehr)
Kevin Russell (Zeit)
Michael Rhein (Keiner kann es besser als du)
Toxpack (Justitia)
Michi Beck (Neuland)
Tamer Yigit (Vorhaut. Kopftuch. Kruzifix)
Dirk Czuya (Welt ohne Farben)

Track-Attack woanders:
Mindfuck Society Teil I (Neuland, Mehr, Zeit, Justitia)
Teil II (Faust auf Fresse, ich komm heim, Danke für mein Leben, Keiner kann es besser als du)
Teil III (Welt ohne Farben, Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix, der Schmerz verlangt gespürt zu werden, Wie wirklich ist die Wirklichkeit)

Der W – IV (Teil 1/2)

Fr 11 Mrz 2016, 16:21 Uhr von Tim Kummerow

Der W - IV
Am 18.03.2016 erscheint IV, das überraschenderweise vierte Studioalbum von „Der W“. Ich habe das große Glück die Scheibe schon in der Dauerschleife laufen zu lassen und möchte gerne meine Eindrücke mit euch teilen.

Ehrlich gesagt war die Anspannung auf das Album gar nicht so hoch. So nach dem Motto: „Der Weidner macht das schon. Überraschen kann der mich eh nicht mehr. Hab schon alles gehört von ihm. Ich weiß ungefähr was da kommt.“ Und dann dieser Moment wenn du die ersten Töne hörst; er die ersten Zeilen singt. Als wollte er deine Erwartung wegpusten und sagen: Das hier ist Neuland für dich. Wir sind Der W und die nächste Stunde hörst du mal gut zu. Hier gibt es neues Futter für deine Gedanken. Und so treibt mich der Opener in meine Gedankenwelt. „Der Frosch im Teich weiß nichts vom Meer.“ Ich steh auf solche Sätze. Das ist so auf den Punkt gebracht. Diese Aufbruchstimmung schon im ersten Lied. Diese positive Energie. Diese Lebensfreude. Das kannst du mit Geld nicht kaufen. Das kannst du dir aus Draht nicht nachbiegen. Der Chef ist wieder da. Zweifelsohne!

Dieser positive Start setzt sich in Mehr ganz klar fort. Das Lied kennt ihr schon zum größten Teil, deswegen keine weiteren Worte dazu (außer die von Moses natürlich).

Mit Zeit taucht er in ein wichtiges Themengebiet. Nehmen wir uns Zeit für die wichtigen Dinge? Kann man Zeit totschlagen? „Die Schlacht gegen Zeit gewinnt, wer sie sich einfach nimmt.“ So einfach ist das.

Wo ist die Zeit geblieben, um mich in alles neu zu verlieben?

Klare Antwort: Die Zeit ist genau jetzt. Beim Hören des Albums.

Bei Justitia wird es schwerer. Definitiv kein Song den man nebenbei hören kann. Die Lyrics brauchen ein paar Durchläufe bis die Zusammenhänge verstanden werden. Ich glaube es ist sehr schwer um diesen Text die passende Musik zu legen. Mit dem Piano am Anfang und am Ende ist das mehr als gelungen. Bestes Beispiel dafür wie komplex es ist einen runden Song auf die Beine zu stellen. Chapeau!

Zu Faust auf Fresse habe ich inhaltlich noch keine große Meinung. Kaum Gedanken bei mir ausgelöst. Aber im letzten Drittel des Songs kommt so ein mächtiges Solo. Das will ich einfach auf der Tour sehen und hören. Dirk, the man, Czuya!
Apropos Dirk. Achtung Spoileralarm! (wer Überraschungen liebt, der springt bitte zum nächsten Absatz) Für mich eine der größten Überraschungen auf dem Album ist das Lied Welt ohne Farben. Ich muss gestehen das ich die Stimme nicht gleich erkannte. Wer ist denn dieser Gastsänger? Getraut zu fragen habe ich mich nicht. Dann plötzlich die Eingebung. Dirk. Na klar, Dirk. Wer denn sonst? Die Antwort liegt manchmal so nah. Der Song groovt so dermaßen. Der Gesang von Dirk, der gemeinsame Refrain. Das sind neue Stilmittel. „Weil wir nach Regeln und Gesetzen leben, können wir die Welt nicht aus den Angeln heben…“.

Weshalb am Ende deines Wegs – auf deinem Grabstein steht: Er lebte still und unscheinbar und starb weil es so üblich war.

Ein Brett der Song.

Die neuen Stilmittel ziehen sich durch fast das gesamte Album. In Danke für mein Leben beispielsweise kommt ein gesprochener Text von Stephan zum Einsatz. Ein sehr schöner, philosophischer noch dazu. Dazu und zu den anderen Songs im zweiten Teil mehr (vermutlich am DienstagMittwoch). Ich gönne mir noch ein paar Durchläufe von IV.

Ihr dürft in der Zwischenzeit schon gerne vorbestellen.

Amazon:
CD: http://amzn.to/20sBBBu
LP: http://amzn.to/1OPmehg
Saturn:
CD: http://bit.ly/1ny4COm
LP: http://bit.ly/1KFjKht
Media Markt:
CD: http://bit.ly/1ZSToiZ
LP: http://bit.ly/1lSfOnh
EMP:
CD: http://bit.ly/1Pjr4EW
LP: http://bit.ly/1nnRtGT

Im Interview: Eschenbach

Fr 13 Nov 2015, 13:35 Uhr von Tim Kummerow

Eschenbach

Mit ihrer EP „Divide Et Impera“ melden sich Eschenbach eindrucksvoll zurück. Das war für uns ein guter Anlass mal wieder ein Interview zu führen. Dazu haben wir eure Fragen via Facebook eingesammelt und eigene ergänzt. Nachfolgend könnt ihr das Ergebnis lesen. Wer Eschenbach live erleben möchte und mit den Jungs direkt sprechen möchte, kann das am 21.11.2015 im Blackland in Berlin tun. Dort steigt das Releasekonzert zur EP.

Wie kamt ihr darauf, die EP selbst zu veröffentlichen und warum nur in eurem Shop und nicht im Handel?
Nachdem sich unser Label 3R aufgelöst hatte, war klar, dass wir uns was Neues suchen müssen. Wir wollten aber nach der langen Funkstille erstmal ein neues Lebenszeichen raus hauen und raus finden, wo wir überhaupt stehen. Dann kam die Idee recht schnell, das unbürokratisch selbst zu machen. Uns selber ums Artwork kümmern, die Herstellung, den Vertrieb und und und. Wir wollten es schön und persönlich machen, deshalb auch signiert und versandkostenfrei. Die EP ist ein Lebenszeichen und gleichzeitig ein Dankeschön an euch, die ihr uns nach wie vor die Treue haltet. Wir wissen, dass wir uns in den letzten Jahren an allen Fronten viel zu rar gemacht haben. Jede verkaufte EP zeigt uns, dass viele von euch immer noch da sind und jede verkaufte EP verleiht uns ein bisschen Rückenwind, mit der Band 2016 mit einem neuen Album nochmal größer nachzulegen.

Dürfen wir für 2016 also ein neues Album erwarten?
Stand jetzt: Ja! Die Resonanz auf die EP ist super und es macht uns sehr viel Freude, dass wir euch damit eine Freude gemacht haben. Es gibt schon eine Menge Material, das auf die EP nochmal einen draufsetzen würde. Es ist noch viel zu früh, über Details zu sprechen, aber es wäre verdammt schade, wenn wir den Rückenwind nicht nutzen würden. Vielleicht machen wir es auf unserem eigenen Label, vielleicht kommt noch jemand auf uns zu, der ESCHENBACH mag und Bock hat, mit uns zu arbeiten. Hey Labels, meldet euch. Wir haben bald eine neue Platte am Start. (lacht)

Wie liefen denn die Aufnahmen ab?
Richtig los ging es schon 2014, als wir ernsthaft angefangen haben, Material zu sammeln und uns Gedanken zu machen, was wir damit vorhatten. Im Winter haben wir uns dann am Tegernsee in meinem kleinen Studio getroffen, um die Sachen aufzunehmen. Wie es da aussieht und wie die Atmosphäre war, haben wir ja in den diversen kurzen „Making Of“-Clips dokumentiert. Alles sehr entspannt, aber fokussiert. Es gab natürlich ein paar Fragezeichen, denn zum ersten Mal haben wir das Recording selbst nicht im studio23 unter der Aufsicht von Michael Mainx gemacht, sondern in Eigenregie. Felix ist ja in Sachen Studioarbeit ein alter Hase und wir haben uns da sehr gut ergänzt. Den Mix wollten wir aber auf alle Fälle wieder bei Micha im studio23 in Frankfurt machen lassen, um sicher zu gehen, dass es schön fett klingt. Zum Glück war Micha mit dem, was wir angeliefert haben, klanglich schon ziemlich zufrieden und hat die Sache dann richtig rund gemacht und auf ein „großes“ Niveau gehievt. Das Mastering schließlich haben wir von Sascha „Busy“ Bühren in Berlin machen lassen, der sein ganzes Studio mit Edelmetall tapezieren kann, weil er schon so viele große, erfolgreiche Produktionen gemacht hat. Die Songs haben also einen langen Weg hinter sich: Von Süddeutschland über Frankfurt nach Berlin – bis zu dir nach Hause. (lacht)

Welche Rolle hat Stephan Weidner bei der Entstehung der EP gespielt?
Stephan ist ein guter Freund der Band und wird immer auf irgendeine Weise ein wichtiger Einfluss für uns sein. Aber sein tatsächlicher, ganz greifbarer Input war ja schon auf „Alles in Allem“ deutlich kleiner, als noch auf „Eschenbach“. Diesmal hatte er mit dem Songwriting nur noch insofern etwas zu tun, als dass ich ihm immer wieder mal vorgespielt habe, was wir am Start hatten. Seine Meinung als Freund und Musiker ist mir nach wie vor sehr wichtig, auch wenn er diesmal nicht mehr als Produzent mit dabei war.